Endoprothetik
Hüfte
Eine Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) ist ein künstliches Hüftgelenk, das die Lebensqualität und Beweglichkeit wiederherstellt, indem es das beschädigte Gelenk ersetzt. Der minimalinvasive vordere Zugang ( DAA) ist eine moderne und gewebeschonende Operationstechnik.
Die häufigsten Gründe für eine Hüftprothese sind Hüftarthrose, eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der der Knorpel verschleißt und Schmerzen verursacht, sowie Brüche des Oberschenkelhalses oder Hüftkopfnekrose. Die Entscheidung für eine Prothese ist immer individuell und berücksichtigt Faktoren wie das Alter, den Lebensstil und die Knochenqualität.
Moderne Implantate bestehen aus hochwertigen Materialien wie Titanlegierungen, Keramik oder Polyethylen. Sie werden entweder zementfrei (Einwachsen des Knochens) oder zementiert (feste Fixierung bei schlechter Knochenqualität) im Knochen verankert.
Der Vorteil der Methode im Gegensatz zu traditionellen Operationen, bei denen Muskeln, Sehnen und Nerven durchtrennt werden, besteht darin, dass diese Methode eine natürliche Lücke zwischen den Muskeln auf der Vorderseite des Oberschenkels nutzt. Die Muskeln werden lediglich beiseitegehalten, wodurch Gewebeschäden minimiert werden.
Vorteile auf einen Blick:
- Schnelle Genesung: Geringere Schmerzen und Blutverlust
- Frühe Mobilisierung: Oft können Sie das operierte Bein noch am Tag der Operation vollständig belasten.
- Geringeres Luxationsrisiko: Da die stabilisierenden Muskeln intakt bleiben, ist das Risiko, dass die Prothese auskugelt, deutlich reduziert.
- Kürzerer Krankenhausaufenthalt: In der Regel nur 3 bis 5 Tage.
- Keine strikten Verhaltensregeln: Das Gelenk ist sofort stabiler, weshalb Vorsichtsmaßnahmen wie das Vermeiden einer 90-Grad-Beugung oft entfallen.
- Kleinere Narbe: Der Hautschnitt ist kleiner als bei herkömmlichen Techniken.
Ihr Weg zur Genesung:
- Vorbereitung: Die Operation wird digital geplant, um eine millimetergenaue Prothesenpositionierung zu gewährleisten
- Im Krankenhaus: Dank des "Rapid-Recovery-Konzepts" beginnen Sie bereits kurz nach dem Eingriff mit der Mobilisierung.
- Danach: Physiotherapie hilft, Muskeln zu stärken und die neue Hüfte an den Alltag zu gewöhnen. In der Regel reicht eine ambulante Therapie aus.
- Hier ein typischer Zeitplan für Ihre Genesung:
- Erste Schritte: Am Operationstag oder am Folgetag.
- Gehhilfen: Ca. 4 Wochen.
- Autofahren: Meist nach 2 bis 3 Wochen wieder möglich.
- Sport: Nach 6 bis 8 Wochen sind die meisten Sportarten wieder erlaubt (Ausnahme: Stop-and-Go-Sportarten).
Häufig gestellte Fragen (FAQs):
- Wie lange hält eine Hüftprothese?
- Die meisten Prothesen halten über 15 Jahre, und die minimalinvasive-Technik kann die Langlebigkeit zusätzlich positiv beeinflussen.
- Welche Sportarten sind erlaubt?
- Empfohlen werden Sportarten wie Radfahren, Schwimmen und Wandern.
- Gibt es Risiken?
- Diese Methode gilt als sehr sicher. Ein bekanntes, meist reversibles Risiko ist eine vorübergehende Gefühlsstörung im Oberschenkel, die durch Dehnung eines Hautnervs verursacht werden kann. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass die Methode technisch anspruchsvoll ist und die Entscheidung immer in Absprache mit einem erfahrenen Chirurgen getroffen werden sollte.
Knie
Knieschmerzen schränken Ihre Lebensqualität ein?
Wenn konservative Behandlungen nicht mehr helfen, kann eine Knie-Endoprothese die Lösung sein. Bei der Knie-Endoprothetik wird das geschädigte Kniegelenk durch ein künstliches Gelenk ersetzt, um Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit wiederherzustellen.
Eine Knieprothese kommt infrage, wenn…
- Sie seit mindestens drei Monaten anhaltende, starke Knieschmerzen haben.
- Eine fortgeschrittene Arthrose (Gelenkverschleiß) per Röntgenbild nachgewiesen wurde.
- Andere Therapien (wie Medikamente oder Physiotherapie) keinen Erfolg hatten.
- Ihre Lebensqualität durch die Schmerzen und Bewegungseinschränkung erheblich beeinträchtigt ist.
Sie können selbst aktiv zum Erfolg beitragen, indem Sie vor der Operation mit dem Rauchen aufhören und auf ein gesundes Gewicht achten. Auch die Abklärung und Behandlung von Infektionen, etwa bei den Zähnen, ist wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.
Welche Prothese ist die richtige für mich?
Je nach Umfang des Gelenkschadens gibt es zwei Hauptarten von Knieprothesen:
- Teilprothese (Mono-Schlittenprothese): Ideal, wenn nur eine Seite des Knies (innen oder außen) von Arthrose betroffen ist und die Bänder intakt sind. Der Eingriff ist weniger invasiv, und Sie erholen sich schneller.
- Vollprothese (Doppelschlittenprothese): Ersetzt die gesamte Gelenkfläche und ist die häufigste Lösung bei fortgeschrittener Arthrose in mehreren Gelenkbereichen. Sie ermöglicht eine umfassende Korrektur von Beinfehlstellungen.
Die Wahl des Prothesentyps wird immer individuell und basierend auf Ihrer Diagnose getroffen.
Ihr Weg zur Genesung - Schritt für Schritt:
- Vorbereitung: Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Dazu gehören Rauchstopp, Gewichtsmanagement und die Beseitigung von Infektionsherden.
- Operation: Der Eingriff erfolgt präzise, um Knochen und Gewebe bestmöglich zu schonen. Bei uns an der Wertachklinik Bobingen kommen moderne zementierte Prothesen zum Einsatz.
- Rehabilitation: Die Genesung beginnt sofort nach der Operation. Unter physiotherapeutischer Anleitung können Sie oft schon am selben Tag wieder aufstehen. Die vollständige Belastung des Beines ist sofort erlaubt. Für die ersten Wochen sind Gehhilfen erforderlich.
- Hier ein typischer Zeitplan für Ihre Genesung:
- Frühe Mobilisierung: Am Operationstag oder am Tag danach.
- Gehhilfen: Für 2 bis 6 Wochen.
- Rückkehr zur Arbeit: Nach ca. 2 bis 3 Monaten, je nach Tätigkeit.
- Wiederaufnahme von Sport: Nach 4 bis 8 Wochen sind Sportarten wie Radfahren, Schwimmen und Wandern wieder möglich.
Was Sie noch wissen sollten:
- Haltbarkeit: Moderne Knieprothesen haben eine sehr hohe Lebensdauer. Dennoch kann nach vielen Jahren ein Prothesenwechsel notwendig werden, meist aufgrund von Verschleiß.
- Alltagstipps: Vermeiden Sie nach der Operation Hock- und Kniebewegungen sowie langes Sitzen.
- Sport: Geeignete Sportarten sind Schwimmen, Radfahren und Wandern. Auf Sportarten mit starken Stoßbelastungen, wie Joggen, sollten Sie verzichten.
Schulter
Bei fortgeschrittener Arthrose, Verschleiß oder nach schweren Verletzungen kann ein Schultergelenkersatz die Beweglichkeit deutlich verbessern und Schmerzen zuverlässig lindern. In der Wertachpraxis kommen moderne, gelenkerhaltende und – wenn erforderlich – endoprothetische Verfahren zum Einsatz, die individuell auf die Anatomie und Bedürfnisse jedes Patienten abgestimmt werden.
Indikationen
- Omarthrose
- Schwere Gelenkzerstörung mit Schmerzen und Bewegungseinschränkung
- Meist nach Versagen konservativer Therapie (Physio, Schmerztherapie, Infiltration)
- Kann entstehen durch: Primäre Arthrose, posttraumatische Arthrose, Rheuma, Rotatorenmanschettenrupturen
- Proximale Humerusfraktur
- Komplexe, mehrfragmentäre Frakturen
- Frakturen mit Zerstörung des Humeruskopfes
- Nekrosegefahr oder nicht rekonstruierbar mit Platten/Schrauben
- Besonders bei älteren Patienten mit Osteoporose
Prothesenarten
- Anatomische Schulterprothese
- Nachbildung der natürlichen Anatomie (Kopf = Kopf, Pfanne = Pfanne)
- Voraussetzung: intakte Rotatorenmanschette
- Typen: Hemiendoprothese (nur Humeruskopf ersetzt) → selten geworden / Totalendoprothese (TEP) (Humeruskopf + Glenoidersatz)
- Inverse (umgekehrte) Schulterprothese
- Gelenk wird „umgedreht“: Kugel an die Pfanne, Pfanne an den Humerus
- Vorteil: Auch ohne intakte Rotatorenmanschette möglich → Hebelarm des M. deltoideus übernimmt Funktion
- Indikationen:
- Massive Rotatorenmanschettenruptur („Cuff-Tear-Arthropathie“)
- Komplexe Frakturen im Alter
- Revisionen (z. B. nach Lockerung anderer Prothesen)
Symptome & Befunde (präoperativ)
- Schmerzen (v. a. nachts, bei Belastung)
- Bewegungseinschränkungen (Anziehen, Überkopfbewegungen unmöglich)
- Röntgen: Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten, Knochennekrosen oder Frakturtrümmer
Operation & Nachbehandlung
- Zugang meist deltopektoral oder anterolateral
- Implantation zementiert oder zementfrei (abhängig von Knochenqualität)
- Reha
- Ruhigstellung in Schlinge kurzzeitig
- Frühfunktionelle Mobilisation unter Physiotherapie
- Belastungssteigerung über Wochen → volle Funktion nach ca. 3–6 Monaten
Prognose
- Sehr gute Schmerzreduktion in den meisten Fällen
- Beweglichkeit verbessert, hängt aber stark ab von:
- Typ der Prothese
- Muskelfunktion (v. a. Rotatorenmanschette, Deltoideus)
- Knochenqualität und Nachbehandlung